Würzburg, 30. November 2019

Demokratie nicht nur unterrichten, sondern leben - Ein Upgrade für unsere Schulen

Die Jungen Liberalen Unterfranken fordern ein Upgrade für die bayerischen Schulen. Unsere Bildungsstätten bieten die Grundlage für Chancengerechtigkeit und die Zukunft unserer Kinder. Generationengerechtigkeit beginnt mit der Bildung. Wir müssen unseren Kindern die besten Chancen für ein sicheres und erfüllendes Leben bieten. Deshalb sehen wir die Kernaufgabe der Schulen darin, Bildung anhand von modernen Medien zeitgemäß an die Schüler zu vermitteln, 
um diese optimal auf ihr späteres Leben vorzubereiten und ein Fundament für ein selbstbestimmtes Leben zu fassen. Denn jede Mondlandung beginnt in der Schule.

Unseren Antrag verfassen wir nach der Leitlinie der Chancengerechtigkeit, sowie der Liebe zur Demokratie, wie sie in Art. 131 der bayerischen Verfassung festgehalten ist. 

Hierfür fordern wir konkret, die Umsetzung gelebter Demokratie an bayerischen Schulen und insbesondere den Einbezug der Lehrer in Entscheidungsfindungen, sodass Beschlüsse an den Schulen vom gesamten Kollegium mitgetragen werden. Wer Demokratie vermittelt soll sie auch leben dürfen. Hierdurch entfällt der Druck durch eine feste Hierarchie im Schulsystem für die Lehrer, die diesen häufig mit ins Klassenzimmer tragen, wodurch der Unterricht für Schüler und Lehrer erschwert wird. Diese Entlastung würde somit zu einer Optimierung des 
Arbeitsklimas im Klassen- und Lehrerzimmer führen. Jede Schule sollte selbst entscheiden dürfen, welchen Lehrer Sie einstellen möchte, daher fordern wir ein Umdenken an der bisherigen Zuweisung der Lehrkräfte durch das Schulamt. Daher sollen in Vorstellungsgesprächen die Harmonie zwischen der lehrenden Person und der Schulphilosophie auf den Prüfstand gestellt werden.

Um das Arbeitsklima zusätzlich zu verbessern setzen wir auf zeitgemäße 
Technologien als unterstützendes Mittel im Unterricht. Deshalb muss an allen Schulen, unter Berücksichtigung der Kosteneffizienz, W-LAN in den 
Unterrichtsräumen durchgängig verfügbar sein. Dieser Schritt ist essentiell für dieNutzung digitaler Geräte durch Schüler im Unterricht. Hier setzen wir auf das System „Bring your own Device“ (BYOD). Dabei können alle Schüler ihr Tablet, Laptop oder Smartphone zum Unterricht mitbringen, um mitzuschreiben oder in Gruppenarbeiten selbstständig zu arbeiten. So können Lehrkräfte ihren Unterricht individueller und gestalten und Wissen mit verschiedensten Medien vermitteln. BYOD ist heute vor dem Hintergrund, dass nahezu alle Schüler bereits ein digitales Gerät besitzen, besonders kostengünstig, da Neuanschaffungen durch die Schule erspart bleiben. Dabei setzen wir auf die Freiwilligkeit der Nutzung solcher digitalen Geräte. Kein Schüler sollte zur Nutzung solcher genötigt werden. Im Sinne des Liberalismus sollen die Schüler vielmehr selbstbestimmt ihr
favorisiertes Arbeitsmittel wählen dürfen. Die Etablierung eines BYOD-Konzeptes entspricht auch dem BayEUG. Durch Artikel 56 werden digitale Medien zu Unterrichtszwecken explizit gestattet:

„Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände sind Mobilfunktelefone und 
sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten. Die unterrichtende oder die außerhalb des Unterrichts Aufsicht führende Lehrkraft kann Ausnahmen gestatten.“

Weitergehend fordern wir die Übertragung des BYOD-Systems auch auf die Lehrkräfte. So können diese ihre eigenen Geräte zu einer interessanteren Gestaltung des Unterrichts nutzen, ohne auf die von der Schule bereitgestellten Mittel zurückgreifen zu müssen. Diese sind häufig veraltet oder weisen technische Mängel auf. Zusätzlich soll die digitale Ausstattung für die Lehrräume durch Beamer, Smartboards und Dokumentenkameras erweitert, bzw. aktualisiert werden. 

Dabei würde sich ein Wechsel auf feste Unterrichtsräume für Lehrkräfte nach US-amerikanischen Vorbild anbieten. Demnach würden die Lehrer einen festen Lehrraum zugeteilt bekommen, den sie durch ein Ausstattungsbudget nach ihren Vorlieben und passend zu den Fächern einrichten können. Durch diese Individualisierung der Klassenräume wird das Unterrichtsklima verbessert und die Lehrkräfte müssen sich nicht für jede Stunde an die im Raum vorhandenen Strukturen anpassen. Ausgenommen davon sind Fachräume, wie beispielsweise in der Chemie und Biologie.

Zur zusätzlichen Verbesserung des Schullebens fordern die Jungen Liberalen Unterfranken höhere Investitionen und Fördergelder für Pausen- und Freizeitbereiche. Insbesondere sollten sanitäre Einrichtungen modernen und hygienischen Standards entsprechen.

Niclas Hornung, Max Bruder, Lukas Bohn