Aschaffenburg, 4. Mai 2002

Bildung

1.) Religionsunterricht
a.)Islamischer Religionsunterricht an Schulen
Wir fordern ein geregeltes Angebot an islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen. Er hat dabei der rechtsstaatlichen Kontrolle durch die Kultusministerien zu unterliegen und muß in deutscher Sprache abgehalten werden. Grundsätzlich müssen für den islamischen Religionsunterricht die gleichen Richtlinien gelten wie für die bestehenden Religionsfächer.

b.)Religionsunterricht allgemein
Es ist auffallend, welches Missverhältnis zwischen der Gewichtung von Religionsunterricht und anderen Fächern wie z.B. Sozialkunde, Wirtschaft und Recht oder Geschichte besteht. Aus diesem Grund ist die Stundenanzahl für Religionsunterricht deutlich zu kürzen. Dies sollte in der Weise vollzogen werden, dass ab der neunten Jahrgangsstufe kein Regelangebot an Religionsunterricht mehr besteht.
Die Schüler haben die Auswahl zwischen katholischer, evangelischer und islamischer Religionslehre und dem Fach Lebensgestaltung Ethik und Religion zu treffen

2.)Lehrer
a.)Ausbildung
Neben der Verbesserung der theoretischen Ausbildung in Pädagogik und Didaktik ist auch der praktische Ausbildungsabschnitt diesbezüglich zu verstärken. Hierbei ist die Begleitung und unterstützen der angehenden Lehrkräfte durch erfahrene in den Vordergrund zu stellen.
Die fachliche Ausbildung soll planmäßig nicht übermäßig über das Wissen hinaus gehen, das die Lehramtsstudenten später an ihre Schüler vermitteln sollen. Die freiwerdenden zeitlichen Kapazitäten können in die praktische Ausbildung investiert werden.

b.)Fortbildung
Den Lehrern ist ein umfassendes Angebot an Auffrischungskursen und Fortbildungsmaßnahmen zu machen. Die Veranstaltungen der Universitäten haben dabei den Lehrkräften kostenfrei offen zu stehen. Besonderes Augenmerk sollte hier auch auf Seminaren liegen, die als Thema den Umgang mit Schülern haben.

c.) Bewertung der Lehrer
An Schulen sollen regelmäßig Evaluationen der Lehrer durch die Schüler stattfinden. Diese sind als Information und Rückkopplung für den Lehrer und als Unterstützung für den Direktor bei der Bewertung gedacht.

d.)Entlohnung
Der Beamtenstatus für Lehrer ist abzuschaffen. Die Entlohnung hat nach einem Punktesystem zu erfolgen. Dabei erhält die Lehrkraft nach Beendigung ihres Studiums eine bestimmte Anzahl an Punkten.
Mit dem Absolvieren von Fortbildungsmaßnahmen erhält sie weitere Punkte hinzu. Das gleiche gilt für Engagements im Schulbetrieb die außerhalb des regulären Unterrichts stattfinden. Dies könnte z.B. die Unterstützung von Aktivitäten der Schülermitverantwortung, die Leitung einer Theatergruppe, das Abhalten von Nachhilfeunterricht oder einer Hausaufgabenbetreuung, Bildungsmaßnahmen für Erwachsene oder das Wahrnehmen von Verwaltungsaufgaben sein.
Unterbleibt die Auffrischung von Wissen und wird dies durch die Bewertung des Direktors als Minderung der Unterrichtsqualität erkannt, so verliert die Lehrkraft in einem bestimmten Zeithorizont Punkte. Wird eine bestimmte Mindestpunktzahl unterschritten, so erlischt die Lehrberechtigung.

3.)Ganztagsschule
Ziel muß es sein, dass Schülern und Eltern ein bedarfsorientiertes Angebot am Nachmittag gemacht werden kann. Dies bedeutet nicht, dass Schüler zu einer Teilnahme an solchen Aktivitäten gezwungen werden sollen. Angeboten könnten von einer Hausaufgabenhilfe über Sportangebote bis zu Aktivitäten in der Schülermitverantwortung reichen. Das Ziel dieser Kurse oder Arbeitskreise sollte es auch sein, die Fähigkeiten und Verhaltensweise zu fördern und auszubilden, die im täglichen Schulunterricht zu kurz kommen. Die Finanzierung des Nachmittagsangebots ist von der Landesebene zu gewährleisten.

4.)Gymnasiale Oberstufe
Die gymnasiale Oberstufe soll die Bildung des Allgemeinwissens fortführen und gewährleisten. Den Schülern soll jedoch die Möglichkeit eröffnet werden ihren Stundenplan stärker als in den vorherigen Jahrgangsstufen nach ihren Neigungen und Interessen zu gestalten. So wird eine optimalere Vorbereitung auf die universitäre Arbeitsweise gewährleistet. Dem folgend soll im Grund- und Leistungskursbereich wieder der Zustand vor der letzten Reform eingeführt werden (4 Fächer Abi). Die Möglichkeit von ausweichenden Wahlmöglichkeiten muß verstärkt bzw. wieder eingeführt.

5.Bildungsziel
Bildung darf nicht nur das Ziel haben, die Fähigkeit zu erwerben Sachverhalte und Informationen zu sammeln, sondern sie muß auch ermöglichen, diese einzuordnen, zu hinterfragen und sich daraus ein eigenständiges Urteil bilden zu können. Ziel muß eine selbstkritischer und kritischer mündiger Bürger sein.